KultuRadar #30

In der 30. Ausgabe des KultuRadars improvisiert Akkordeonist Mario im Bandraum mit dem Schwyzerörgeli, Schriftsteller Peter Bichsel gibt ein dezidiertes Statement zu Mundartrock ab und Regisseur Jan Gassmann erklärt, warum er für seinen neusten Dokumentarfilm «Europe, She Loves» in europäische Randregionen gefahren ist. Mit Die Zorros, Pink Mama Theatre und Inside the Baxter Building.

KultuRadar #29

In der 29. Ausgabe des KultuRadars gehen wir mit MC Anliker auf Streifzug durch sein Reich Mokka und diskutieren mit Tino Bösch über die Wiedereröffnung der Spinnerei im Wohnquartier. Mit Kabarettist Nils Althaus, brandneuem Song von Hot Running Blood, sowjetischem Stummfilm in der Cinématte und der langen Nacht der elektronischen Musik in der Dampfzentrale.

Nick Cave – Bildgewaltiges Trauma

Er wolle nicht darüber reden, weil die ganze Geschichte nicht fassbar sei und es eigentlich nur seinen Freund und dessen Familie etwas angehe, sagt Warren Ellis, seines Zeichens Multiinstrumentalist bei The Bad Seeds. Wenn der Freund allerdings Nick Cave heisst und ein weltweit bekannter Musiker ist, dann geht die traurige Geschichte rund um den Verlust von Sohn Arthur, der letztes Jahr gerade mal 15-jährig bei einem Selbstversuch mit LSD verstarb, plötzlich die ganze Welt etwas an. Vielmehr noch dann, wenn dieser Verlust auch zentrales Motiv in einem Film ist, der die Entstehung des neuen Cave-Albums «Skeleton Tree» dokumentiert.

Ab heute steht «Skeleton Tree» in den Läden, der Film «One more time with feeling» wurde gestern einmalig in rund 650 Kino auf der ganzen Welt gezeigt. (in Bern liess das Kino Rex aufgrund grosser Nachfrage den Film im grossen und kleinen Saal und auch noch gleich im Kellerkino über die Leinwand flimmern.) Das klingt nach ausgeklügelter Werbekampagne. Ist es auch, aber nicht nur.

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Zu den Aufbahrungen 1-8

NicIMG_8219hts Geringeres als die richtig grossen Fragen nach Sinn und Inhalt des Lebens werden in der Theaterinstallation «All My Lives» von Heiniger/Forrer verhandelt. Für ihr Unterfangen haben sich die beiden Damen allerdings einen Ort ausgesucht, an dem das Leben nicht mehr blüht, sondern bereits verwelkt ist: Die Aufbahrungsanlage des Krematoriums Bern auf dem Bremgartenfriedhof. In den Räumen, in welchen früher Trauernde durch eine Scheibe hindurch einen letzten Blick auf die sterbliche Hülle eines Verblichenen werfen konnten (die Anlage wird seit rund 20 Jahren nicht mehr genützt), gewähren Sandra Forrer (künstlerische Leitung) und Sibylle Heiniger (Dramaturgie) Einblick in unterschiedliche Lebenswelten. In jedem Raum wird eine Lebensgeschichte ins Zentrum gerückt, wobei diese zum Teil sehr intim und berührend sind.

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Verdauen à la schwedisch

Sind Sie gerade vom Mittag zurück, sitzen träge mit voller Wampe vor dem Compi und haben kein Reserve-Blut in den Schaltkreisen, welches zur Aktivierung des Hirns zur Verfügung stehen würde? Dann bietet Ihnen KSB bzw. Johannes Stjärne Nilsson mit seinem Kurzfilm «Sound of Noise – Music for One Apartment and Six Drummers» bestes Zurücklehnprogramm. Musik hören und anderen beim Arbeiten zuschauen – gibt es was besseres zum Verdauen? Eben.

Heute Abend werden in der Cinématte neue schwedische Kurzfilme gezeigt und zwar in Anwesenheit von Regisseurs Johannes Stjärne Nilsson, dessen neuster Streich «Man without Direction» die Zuschauerschaft in ein einsames und schäbiges Haus entführt, in welchem sich viel Bizarres ereignet. Zudem werden fünf weitere neue schwedische Kurzfilme zu sehen sein, die genremässig von (animierter) Dokumentation bis Fiktion reichen.

KultuRadar #27

In der 27. Ausgabe des KultuRadars auf Radio Bern RaBe wird über die schwedische Filmreihe in der Cinématte berichtet, den Gründungsmitgliedern der junge Bühne Bern ein Besuch bei den Geburtstagsvorbereitungen abgestattet und Michael Spahr stösst in Niederwangen auf eine Kulturoase namens Zone Contemporaine. Mit brandneuem Material der Berner Garagerock-Band The Shit und des Hip-Hop-Nachwuchses S.O.S.

«Auf den Hund gekommen»

Alexander Sury bespricht in «Der Bund» mein Fotobüchlein Montagshunde.

Im charmanten Büchlein «Montagshunde» werden Fotografien dösender Vierbeiner mit Gedichten, Liedern und Kurzgeschichten kombiniert. Ein tierisches Vergnügen.
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Es gibt keinen Ort, der sich nicht für ein Nickerchen anböte: Da liegen sie, weit ausgestreckt oder zusammengerollt, aber immer tiefenentspannt auf öffentlichen Plätzen, vor Restaurants und Läden, auf staubigen Trottoirs und auf wärmenden Betonplatten in Meeresnähe. Sie dösen in grünen Vorgärten und in engen Toiletten, an einen Baumstamm gekuschelt oder mitten auf der Strasse. Nein, in unseren Breitengraden finden sich keine Vierbeiner, die ein solch vollendet entschleunigtes Ruheverhalten an den Tag legen.

Die ganze Besprechung von Alexander Sury in «Der Bund» ist gibt’s hier online zu lesen

Und: heute Abend wird getauft im Kairo!

«Feiern wird überbewertet»

Der Berner Rap-Nachwuchs S.O.S. legt zurzeit einen kometenhaften Aufstieg hin, ist aber eigentlich auf gedanklicher Weltrettungsmission.

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Die Welt retten, aber den Kaktus vergiften: Nativ und Dawill von S.O.S.

Das Schweizer Hip-Hop-Magazin «Lyrics» betitelt sie als «wichtige Säule des Palastes namens Swissrap», Szenenkenner nicken anerkennend ob dem frischen Wind, welchen die jungen Herren in den angestaubten Mundart-Hip-Hop bringen. Andere wiederum mokieren, die Mannschaft würde sich zu offensichtlich bei den amerikanischen Vorbildern bedienen und müsse erst noch eigenständiger werden, damit der Hype gerechtfertigt sei.

ganzer Text online lesen

KultuRadar #26

In der 26. Ausgabe des KultuRadar erklärt Schriftsteller Raphael Urweider, was es mit dem Berner Rassismus Stammtisch für eine Bewandtnis hat und warum dieser ein Kanaken-Tribunal veranstaltet. Im Theater an der Effingerstrasse wird das Publikum im Stück «Terror» zu einem unbequemen Urteil gezwungen und in Myousic, der neuen Klanginstallation von Dimitri de Perrot, fungieren 24 Lautsprecher und Schlagzeuer Julian Sartorius als Protagonisten. Mit Musik von Trampeltier of Love und kleiner Hai.