Hommage an Larousse

«Meine Muse und mein Spickzettel» nennt der Berner Plakatkünstler und Szenograph
Claude Kuhn den Larousse liebevoll. Wann immer sich der Bilingue nämlich an einen
Auftrag setzt, holt er die schwere französische Enzyklopädie aus der Schublade, um
sich Inspiration bei deren Definitionen, Erklärungen und kunstvollen Illustrationen
zu holen.

Mit der «Hommage an Larousse» erweist Claude Kuhn seiner langjährigen Muse nun die Ehre. Dabei orientiert er sich insofern am französischen Vorbild, als dass jedem Buchstaben des Alphabetes eine Illustration gewidmet ist. Ich habe die ungewohnte Denkweise, die den Illustrationen zu Grunde liegt, in den Worterklärungen aufgenommen und weitergesponnen. Es war mir eine Ehre, mit Claude Kuhn, einer Ikone seiner Gilde, arbeiten zu dürfen! Und welche Ehre dann gleich noch mal, dass Christoph Simon das Vorwort geschrieben hat.

Vernissage «Hommage an Larousse»
Mittwoch 1.12. um 18:30 vor dem Museum für Kommunikation bei Glühwein, Suppe und Feuer zu den Klängen von Mich Gerber am Kontrabass. Zur Einladung gehts hier.

Adieu liebes Radio RaBe

Liebes RaBe, 

Vor 14 Jahren trat ich zum ersten Mal durch deine Türen. Ich übernahm damals eine Morgenshow ohne auch nur die geringste Ahnung von irgendetwas zu haben. Ok. Vielleicht ein bisschen von Musik. Ganz bestimmt aber nicht von Studiotechnik und Moderation.

Die Jahre sind im Nu verflogen, langweilig war es nie mit dir. Ach, was haben wir im Sommer geschwitzt und im Winter gefroren, weil es durch alle Ritzen zieht in deiner Lotterhütte. Ach, was haben wir uns über die technische Infrastruktur aus dem 17. Jahrhundert geärgert. Und aber vor allem: Ach, was haben wir gelacht!

Danke Tinu, Fels in der Brandung, manchmal auch die Brandung selber, für Herzblut, Draufgängertum und Humor. Finger im … Du weisst schon. Danke Kä für Hundebildi, Seele, offene Ohren und eine Freundschaft, die hoffentlich bis ins Altersheim andauern möge. Danke Wilma für deine bewundernswerte journalistische Hartnäckigkeit, Genauigkeit und Aufrichtigkeit, von der ich so viel habe lernen können. Danke Magda für deinen Verve, dein Organisationstalent und den Wodka. Danke Itinu, Mann wie ein Erdbeben, für deine Nerven, Hilfsbereitschaft und dein sonniges Gemüt. Danke Speedy für den immer wieder herzlichen Empfang am Freitagmorgen. Danke Salim, Sämu, Sanchez, Roger, Panos, Tom, Michu (das hat deine Frau letzte Nacht auch gesagt), Ruedi, Stéphanie, Miriam, Beni (Kä und ich sind immer noch scharf auf dein Chäschtli im Lorrainebad), Urs, Nädle, Noëlle, Melissa, alle Sendungsmenschen und alle anderen, die ich vergessen habe. 

Für mich ist nun die Zeit gekommen, aus dem RaBe-Horst auszufliegen. Ich tu es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich freu mich auf meine neue Arbeit bei der grossen Schwester SRF. Gleichzeitig lass ich nicht einfach nur eine Arbeitsstelle zurück, sondern ein zweites Zuhause und eine Lebensschule. Danke, liebes RaBe, durfte ich Musik über den Sender abfeuern, für welche jede Formatradio-Musikredaktorin gelyncht worden wäre. Danke, dass du mir das Radiohandwerk beigebracht hast. Danke durfte ich experimentieren und mich austoben. Danke, dass du mich gelehrt hast, dass Menschlichkeit wichtiger ist als Perfektion. Bitte bleib wild, rebellisch, sperrig, kantig, bunt, sozial und unkonventionell, liebes RaBe. Ich werde dich stets in meinem Herzen mittragen. 

Amore totale,
Deine Giselle 

PS: Mehr Pfeffi im Desinfektionsspray braucht die Welt

Das neue Normal

«Das neue Normal» in der Kulturbranche. Darüber sprech ich bei The Spirit of Bern am Montag 30. August 2021 von 8:30 – 10Uhr mit Veranstalter-Legende André Bechir (Gadget abc Entertainment), Sandra Küenzi (Taskforce Culture, Verband freie Theaterschaffende), Nadine Borter (Stiftungsrätin Bühnen Bern) und Philippe Bischof (Direktor Pro Helvetia). Hier gehts zum Live-Stream

Ausgefeuzt

«Lass uns einen Rivella Martinetti heben. Auf die Fantasie, auf ewigen Pubertärhumor und auf alles, was da noch kommen möge!» (Der Nachbar)

Mit diesem Text verabschiede ich mich vom «Bund» und trete eine neue Stelle an bei SRF2 Kultur. Merci, Chef (nicht verwandt), dass du mir den Poller-Schabernack hast durchgehen lassen. Merci, «Bund»-Redaktion, für 13 schöne, lustige und lehrreiche Jahre, und merci Ihnen, geneigte Leserschaft, die sich immer mal wieder nach dem Wohlergehen des Nachbarn erkundigt hat. Er war ausnehmend erfreut darüber. Ich auch.

Herzlichst, Ihre Frau Feuz

Narzisstische Augenbrauen

Nachbar (durchs Loch in der Küchendecke): Feuz, was treibst du?
Frau Feuz: Ich guck meine Augenbrauen im Spiegel an.
Nachbar: Wieso das denn?
Frau Feuz: Ich will herausfinden, ob ich eine Narzisstin bin.
Nachbar: Und wieso guckst du dafür deine Augenbrauen an?
Frau Feuz: Weil kanadische und amerikanische Psychologinnen eine Studie herausgegeben haben, in der sie darlegen, dass man Narzissten an den Augenbrauen erkennen kann. Sag mal, Nachbar, hast du das Gefühl, dass ich eine Narzisstin bin?
Nachbar: Na ja. Du sprichst ausschliesslich von dir selber, bist manipulativ, musst immer recht haben …
Frau Feuz: Hatte ich das etwa mal nicht?!
Nachbar: … hast Starallüren …
Frau Feuz: «Der grösste Kummer in meinem Leben ist, dass ich mich niemals selber live bei einem Auftritt sehen kann», Zitat Kayne West. Geht mir genau gleich.
Nachbar: … du kannst nicht zuhören, von dem her …
Frau Feuz: Ich bin also keine Narzisstin. Danke, Nachbar. Immer gut, eine andere Meinung zu hören. Aber genug über mich geredet. Wie findest du mich so?
Nachbar: Heute bist du ja noch unerträglicher als sonst, Feuz. Wie kommts?

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 15.7.21) gibst hier zu lesen.

«Wir lassen die Feuz für Sie raus»

Frau Feuz erfindet ein neues Geschäftsmodell für die Poller-Kolumne.

Nachbar (durchs Loch in der Küchendecke): Sag mal Feuz, wie läufts mit der Vendetta gegen das Steueramt? (Siehe Poller vom 2. Juni)

Frau Feuz: Gut läufts! Einer der Herren Steuerverwalter, der offenbar seine Leber behalten will, hat mir geschrieben, dass ich Anfang Juli mein Geld bekomme. Und was lernen wir daraus? Öffentliche Anprangerung funktioniert. Vielleicht sollte ich daraus ein Businessmodell entwickeln.

Nachbar: Wie stellst du dir das vor?

Frau Feuz: Poller-Kolumnen verkaufen. Wer sich über etwas aufregt, der oder die soll sich bei mir melden, ich schreib dann eine Kolumne dazu. Ich seh schon meine künftige Visitenkarte «Frau Feuz – CEO of Brandmarking and Schmähinvestment». Hach. Und dann die ganzen Werbesprüche. «Feuz, genau, was der Doktor verschrieben hat», «Wir lassen die Feuz für Sie raus», ah nein, jetzt hab ichs: «Feuz, die zarteste Versuchung, seit es Beschimpfungen gibt». Ist das gut, oder ist das gut?!

Nachbar: Der «Blick» hat gerade angerufen. Er möchte seine Strategie zurück.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 24.6.21) gibts hier zu lesen

Tommy Vercetti «Patient Null»

Mit «Patient Null» gibt der Berner Rapper Tommy Vercetti eine EP heraus, auf der er seinem Kerngeschäft nachgeht: der Kapitalismus- und Sozialkritik. Aber nicht nur.

«Die Live-Band hat meinem Flow gut getan», sagt Tommy Vercetti (Bild: Janosch Abel)

Dieses Jahr wird auf allen Radio- und TV-Kanälen der 30. Geburtstag des Schweizer Raps gefeiert. «Ich bin erschreckend lang dabei», sagt Simon Küffer und lacht. Zwölf Jahre alt war er, als er mit derjenigen Musik in Berührung kam, die von der anderen Seite des Atlantiks nach Europa schwappte, und es sollte nicht lange dauern, bis Küffer seine eigenen Reime zu zimmern begann.

Bis heute hat der 40-Jährige unter dem Namen Tommy Vercetti eine ganze Menge Mixtapes herausgegeben, in verschiedenen Kollaborationen mitgewirkt und mit zwei Soloalben die Hitparade gestürmt. Die Geburtstagsfeier zum Schweizer Mundart-Rap habe ihn gerührt, sagt Küffer im Zoom-Meeting. «Ich bin stolz, Teil einer Gruppe zu sein, die mit viel Herzblut etwas geschaffen hat, das Einfluss, Gewicht und Originalität hat.»

Den ganzen Artikel (Der Bund 11.6.21) gibts hier zu lesen