2054 Shows: Frank Turner

Früher hat er Konzerte vor einer einzigen Person gespielt und danach auf irgendeinem Zimmerboden geschlafen, heute füllt er das Wembley-Stadion und logiert im noblen Hotel. Der englische Punk-Rock-Musiker Frank Turner blickt im Buch «The Road Beneath my Feet» zurück auf 2054 Shows in 45 Ländern. Bei M4Music in Zürich sprach der sympathische Engländer ausserdem über die Tücken von Drogen und Alkohol und Gitarrenstunden in den Slums von Sierra Leon.

Hinter Clubtüren schauen

Was ist der Unterschied zwischen einem Club und einem Konzertlokal?
Warum muss die Musik in Diskos so laut sein?
Wie viele Türsteher braucht ein Club?
Was ist eine Produktion?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibts am 29. April, dann ist nämlich Tag der offenen Clubtür. Berner Clubs öffnen an diesem Samstag tagsüber ihre Pforten und gewähren Neugierigen Einblick. Wenn Sie die Clubs nicht alleine aufsuchen möchten, dann kommen Sie doch mit mir auf eine geführte Clubsafari.

Start: 16 Uhr im Bonsoir (Aarbergergasse 33/35)
Stationen: Bierhübeli, Dead End, ISC, Dachstock der Reitschule

Am 29.4. für einmal auch tagsüber weit geöffnet

Die Tour dauert ca. zwei Stunden, vor Ort geben Clubbetreiber*innen und Angestellte Auskunft über ihre Tätigkeiten und beleuchten unterschiedliche Bereiche von Kulturbetrieben. Die Safari ist gratis und richtet sich explizit auch an ältere Semester und Menschen, die nicht mit der Clubkultur vertraut sind. Nehmen Sie doch diese Gelegenheit war, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Fragen zu stellen. Ich freu mich auf Sie!

Herzlichst,
Ihre Frau Feuz

P.S. Sie haben jetzt schon eine Frage? Dann schreiben Sie mir doch hier eine E-Mail.

«Die Revolution ist tot ….»

Die Oktoberrevolution sorgte in Russland für einen radikalen Umbruch in der Gesellschaft. Dieser Umbruch manifestierte sich denn auch in der Kunst, wobei sich zwei komplett unterschiedliche Strömungen herauskristallisierten: hier die gegenstandslose Kunst der Russischen Avantgarde, dort die bildstarke Propaganda des sozialistischen Realismus.
Zum 100. Geburtstag widmen das Berner Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee der russischen Revolution gemeinsam eine Ausstellung: «Die Revolution ist tot. Lang lebe die Revolution!» – Ein Beitrag von Gisela Feuz.

Eine Schneekanone und viel Gewalt

Das Theater Marie fährt bei seiner Inszenierung von «Liliom» des ungarischen Dramatikers Ferenc Molnár in der grossen Halle der Reitschule viel Material auf, vernachlässigt dabei aber die Figurengestaltung.

topelement

Es ist ein Ungetüm von einem Stoff, den sich das Theater Marie für seine neuste Inszenierung ausgesucht hat, welche zurzeit in der Grossen Halle der Reitschule gezeigt wird. Wenig andere Sozialdramen wurden so oft und in so vielfältiger Form reproduziert wie «Liliom» des ungarischen Dramatikers Ferenc Molnár. 1909 in Budapest uraufgeführt, wurde der Stoff bereits drei Jahre später für deutsche und österreichische Bühnen übersetzt.

Den ganzen Beitrag hier online lesen

Top Dogs im Zwinger

Das Theater Matte zeigt mit Jordi Galcerans «Die Grönholm-Methode» ein unterhaltsames Stück, in dem ein Bewerbungsgespräch zum Kampf in der Löwengrube verkommt.
Ein Sitzungszimmer mit kahlen Wänden, vier metallene Stühle, ein Tisch, auf dem vier Gläser und eine Karaffe mit Wasser stehen – das Setting des Stücks «Die Grönholm-Methode» auf der Bühne des Theaters Matte ist steril und nüchtern. Was sich allerdings in den rund 90 Minuten Spielzeit ereignet, ist alles andere als geordnet und klar. Nach und nach treffen drei Bewerber und eine Bewerberin in diesem Sitzungszimmer ein, alle sind sie gekommen, weil sie einen lukrativen Managerposten wollen. Das Bewerbungsverfahren wird allerdings auf sehr unkonventionelle Weise geführt, wie die vier bald einmal feststellen müssen. Ein eigentliches Bewerbungsgespräch findet nämlich nicht statt, die Rekrutierten bleiben auf sich alleine gestellt, von der Personalabteilung oder überhaupt der Firma lässt sich niemand blicken.

Den ganzen Beitrag hier online lesen

Folgen der Digitalisierung

Programmieren sollte in den Schulen ab der 3. Klasse Pflichtfach sein, sagt Anke Domscheit-Berg. Die Frau weiss, wovon sie spricht, denn Anke Domscheit-Berg hat 15 Jahre lang als Managerin in der IT-Branche gearbeitet und ist heute als Publizistin, Netzwerkaktivistin und Unternehmerin tätig. In ihren Büchern und Texten, welche die 49-jährige in Blättern wie der FAZ, Die Zeit oder The Guardian veröffentlicht, beschäftigt sich Anke Domscheit-Berg vorwiegend mit unserer digitalisierten Gesellschaft und den Folgen, welche der verstärkte Einsatz von Computern und Robotern für uns bedeutet. Schon heute sei Technologie auf vielfältige Art und Weise in der Lage, Menschen bei der Arbeit abzulösen und zwar nicht nur im offensichtlichen Bereich wie etwa der Fliessbandarbeit, sagt die Expertin.

Carlo Lüthis Bilder

IMG_9767Er ist braungebrannt, meistens etwas verpeilt, aber stets unaufdringlich und höflich, wenn er Leute um Geld anhaut. Der 41-jährige Carlo Lüthi lebt seit Jahren als Obdachloser in Bern und dreht täglich seine Runden in der Altstadt und Lorraine. Viele kennen den Mann mit leicht gebeugter Haltung und den immens grossen blauen Augen – was den meisten aber nicht bekannt sein dürfte: Carlo Lüthi ist nicht nur ein Stadtoriginal, sondern auch ein begnadeter Zeichner. Auf diese Tatsache ist auch Gerhard Goebel gestossen, der nun eine Ausstellung und Versteigerung mit den Bildern von Carlo Lüthi in die Wege geleitet hat.

CARLO LÜTHI «SEHNSÜCHTE», Vernissage und Versteigerung, Mittwoch 5. April 2017, 19Uhr Café Kairo

Mehr Beispiele zu Carlo Lüthis Bilder gibt es hier.

Festival für digitale Kultur

Digitales ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken: Digitalradio, digitales Fernsehen, Internet, das World Wide Web, Computerspiele, Youtube … die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Dieser Umstand zeichnet sich auch in der Welt der Kunst ab, wo sich Kunstschaffende Inspiration holen bei Robotik, Computeranimation, Datensätzen oder Algorhythmen. Einige dieser ästhetischen Auseinandersetzungen gibt es zurzeit in Bern zu sehen und zu erleben, findet doch gerade das erste Festival für digitale Kultur statt, wofür Dampfzentrale und Schlachthaustheater zusammengespannt haben. Frau Feuz hat sich mit den Machern von «Digital Playground» unterhalten und bekam dabei gar einen digitalen Orgasmus vorgeführt.

Züri West im Textquiz

«7:7 Unentschide ischs nid», «Ich schänke dir mis Härz / meh hani nid»… ein oder zwei Zeilen aus einem Song von Züri West hat praktisch jeder in der Deutschschweiz auf Lager. Es gibt ja mittlerweile auch einen ganzen Haufen Züri-West-Songtexte: 12 Studio-Alben hat die Berner Rocktruppe bis anhin herausgegeben, morgen Freitag erscheint Album Nummer 13, das den klingenden Namen «Love» trägt. Ab Mai gehen Züri West dann auf Konzert-Tour, bis dahin müssen die Songtexte sitzen. Frontmann Kuno Lauener weiss also, was er in den nächsten Monaten noch zu tun hat. Bloss, wie sieht es eigentlich bei den Mitmusikern von Züri West aus in punkto Textsicherheit? Frau Feuz hat Küse Fehlmann, Gere Stäudle und die beiden Züri-West-Neuverpflichtungen Manuel Häfliger und Wolfgang Zwieauer im Bandraum auf Herz und Nieren geprüft.

«Kunst im Knast»

Die Heilsarmee ist die einzige Freikirche, welche in der Schweiz Menschen in Justizvollzugsanstalten besuchen darf. Eine dieser Besucherinnen ist Hedy Brenner. Die 62-jährige ist einerseits Offizierin in der Heilsarmee, andererseits aber auch Vorstandtsmitglied eines Vereins, welcher das künstlerische Schaffen von Gefangenen sichtbar machen will. Das passiert zurzeit im Berner Heilsarmeemuseum, wo rund 25 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen ausgestellt sind, welche alle hinter Gefängnismauern entstanden sind. Die Ausstellung heisst «Kunst im Knast» und genau in dieser Ausstellung hat sich Frau Feuz mit Hedy Brenner getroffen. Kurz zuvor hatte sich diese allerdings noch hinter dicken Gefängnismauern befunden.

Bilder der Ausstellung finden sich hier.